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Diaspern

Die innerbildlichen Abhängigkeiten zwischen Linie und Träger werden in der Gruppe der Diaspern buchstäblich in den Träger hineinverlagert, indem das Papier geschichtet wird. Es handelt sich um zwei Lagen: auf der oben liegenden kommt eine Graphitzeichnung zur Ausführung, die durch beide Papiere hindurch ausgeschnitten wird. Wenn man die beiden Lagen auseinanderzieht, erhält man ein nahezu identisches Diptychon. Abgesehen von der ästhetischen Herausforderung, zwei mit derselben Perfektion, aber offensichtlich nicht maschinell reproduzierte Zwillingsbilder nebeneinander zu sehen, zu vergleichen und von deren Anziehungskraft wechselseitig hin- und hergerissen zu werden, lässt sich unmöglich entscheiden, ob es sich um jeweils autonome Werke oder eine Einheit handelt. Das zuoberst aufgelegene Blatt zeigt manchmal noch Graphitreste und Spuren der Bearbeitung, die von einer Dekonstruktion von etwas einst Vorhandenem zeugen und ihm ein Narrativ einschreiben. Das zweite Blatt indessen ist makelloser, aber auch geschichtslos und wie ein Schatten ohne das andere nicht denkbar.

Diaspern I + 0
Diaspern I + 0, 2008
Diaspern 0
Diaspern 0, 2001
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