Collected Stories

05.02.2021 - 22.05.2021

Flo Maak

Die Ausstellung collected stories versammelt neue Werkgruppen des Künstlers und Fotografen Flo Maak (Geb. 1980 in Fulda, lebt und arbeitet in Berlin).
 
Die ausgestellten Fotografien und Installationen beschäftigen sich mit Fragen des Zusammenlebens auf unserem beschädigten Planeten. Menschen tauchen bei Maak, wenn überhaupt, nur hintergründig auf, stattdessen sind Pflanzen, Tiere und Vulkane die bestimmenden Akteure in dieser Ausstellung.

Die zentrale Installation "The Red Green" erzählt von der weltweiten Verbreitung der Pflanze Chromolaena odorata, welche in Deutschland als Siamkraut bekannt ist. Sie gilt in vielen Ländern als sogenannte invasive Art, was sich auch in lokalen Namen wie Devil’s Weed widerspiegelt. Im südindischen Staat Kerala hingegen wird sie Communist Pacha genannt und mit der kommunistischen Bewegung assoziiert. Maak hat Bilder dieser Pflanze während eines Aufenthalts in Kochi, Indien, inszeniert. Seine Bilder, ergänzt durch eine handgewebte Flagge und eine textbasierte Wandarbeit, erzählen von der weltweiten Verbreitung dieser Pflanze und gehen Fragen nach (vermeintlicher) Herkunft, Zugehörigkeit und Migration nach. Eine Variation dieser Arbeit wird im Rahmen der Kochi-Muziris Biennale im November diesen Jahres gezeigt werden. Sie ist mit großzügiger Unterstützung des Goethe-Institut Max Mueller Bhavan Bangalore entstanden.

Die Bilder der Serie „Ground Truthing - Mount Etna“ sind größtenteils in Sizilien entstanden. Während Wanderungen am Ätna hat der Künstler gelernt, dass Vulkanismus nicht nur eine zerstörerische Naturgewalt ist, sondern als Teil des globalen Energiekreislaufs mit Prozessen verbunden ist, die Leben auf der Erde möglich machen. Maak dokumentiert vulkanische Landschaften und Spuren von Infrastruktur in diesen und setzt diese Bilder ins Verhältnis zu menschlichen Körpern und Akteuren. Er kombiniert dabei inszenierte mit vorgefundenen Szenen, spielt mit Formaten und Präsentationsformen, und schafft so ganz unerwartete Verbindungen.

In der begleitend zur Ausstellung erscheinenden Publikation schreibt die Soziologin Katharina Hoppe zusammenfassend: „Leben und Natur, das machen die Arbeiten Flo Maaks sichtbar, können wir uns nicht als Garten Eden vorstellen, der zerstört wurde und zu dem nun zurückzukehren wäre. Die Grenzen von Organismen sind prekär und durchlässig. Körper stehen in Abhängigkeitsverhältnissen mit und sind durchdrungen von heterogenen Anderen, wie Organismen, Artefakten oder Bakterien. Sie sind uneinheitliche „Multitudes“: Versammlungen, Bewegungen, Konstellationen, die zunächst schiere Ko-Existenz jenseits politischer Rahmenbedingungen, Staatlichkeit oder sozialer Kontrakte beschreiben.“

Flo Maak studierte von 2004-09 Freie Kunst an der Städelschule - HfbK, Frankfurt, bei Prof. Wolfgang Tillmans und ist Meisterschüler von Prof. Willem de Rooij. Von 2013-2017 war er Professor of Fine Art Photography an der Chung-Ang University, Seoul, Südkorea.
 

Übersicht der ausgestellten Werke

Ausstellungstext von Dr. Katharina Hoppe (pdf)

Rundgang und Interview mit Flo Maak (Youtube Video)