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continuo
continuo
26.06. - 29.08.2026
Eröffnung:
Donnerstag, 25.06.2026, 18-20 Uhr

Mit der Ausstellung continuo präsentiert Giacomo Santiago Rogado Arbeiten aus den Werkgruppen Intuition, Coalescence, Accord und Calibra. Der Titel verweist auf die Idee eines Kontinuums, auf einen Zustand des Fortlaufenden, in dem die Welt nicht als Ansammlung voneinander getrennter Dinge erscheint, sondern als Geflecht von Beziehungen, Übergängen und wechselseitigen Einwirkungen. In dieser Vorstellung liegt der Ausgangspunkt der Ausstellung: die Frage, wie Malerei jene Zusammenhänge sichtbar machen kann, die sich einer unmittelbaren Benennung entziehen.
Die Zusammenführung verschiedener Werkgruppen eröffnet einen Einblick in die Vielschichtigkeit von Rogados künstlerischer Praxis. Obwohl die Arbeiten unterschiedlichen Werkzusammenhängen entstammen, treten sie innerhalb der Ausstellung in einen gemeinsamen Dialog. Sichtbar werden dabei nicht nur die Eigenheiten der einzelnen Serien, sondern auch die verbindenden Fragestellungen, die Rogados Werk seit Jahren prägen. Die Ausstellung richtet den Blick auf das, was zwischen den Bildern entsteht: auf Beziehungen, Wiederaufnahmen und Verschiebungen, die sich nicht auf den ersten Blick erschließen, sondern sich allmählich im Verlauf der Betrachtung entfalten.

Rogados Malerei bewegt sich bewusst im Feld der Abstraktion. Paradoxerweise entsteht gerade aus der Loslösung von konkreten Gegenständen eine besondere Form der Verbindung. Die Werke verzichten auf eindeutige Referenzen und eröffnen stattdessen Bildräume, die sich einer unmittelbaren Festlegung entziehen. Schwebende Formen, farbliche Verdichtungen und transparente Schichtungen rufen Assoziationen hervor, ohne diese jemals vollständig zu bestätigen. Anklänge an elementare wie kosmische Erscheinungsformen treten miteinander in Beziehung und erzeugen Bildkonstellationen, die sich einer abschließenden Bestimmung entziehen. Ihre Offenheit lässt unterschiedliche Wahrnehmungen nebeneinander bestehen, ohne sie auf eine feste Bedeutung zu reduzieren.

Für continuo werden die Ausstellungsräume als zusammenhängender Erfahrungsraum gedacht. Die einzelnen Arbeiten erscheinen nicht als abgeschlossene Einheiten, sondern als Teile eines größeren Zusammenhangs. Jede Form, jede Farbsetzung und jede räumliche Konstellation verweist über sich hinaus und steht in Beziehung zu den anderen Werken. Wahrnehmung wird dabei nicht als punktuelle Erfassung verstanden, sondern als ein Vorgang, der sich in der Zeit entfaltet. Die Ausstellung lädt dazu ein, den Blick wandern zu lassen und Verbindungen wahrzunehmen, die weniger auf Gewissheiten beruhen als auf Resonanz.

In einer Gegenwart, die von visueller Verdichtung und permanenter Verfügbarkeit geprägt ist, verfolgt Rogados Werk einen anderen Weg. Seine Malerei sucht nicht die unmittelbare Wirkung, sondern die konzentrierte Erfahrung. Durch subtile Farbbeziehungen, transparente Überlagerungen und eine beharrliche Suche nach Tiefe entstehen Bildräume, die sich langsam erschließen. Sie fordern keine Aufmerksamkeit ein, sondern begegnen dem Betrachter mit einer zurückhaltenden Offenheit. Darin liegt auch ihre besondere Qualität: Sie schlagen nichts vor, was gesehen werden soll, sondern eröffnen die Möglichkeit, anders zu sehen.

continuo versteht Wahrnehmung als einen fortlaufenden Prozess, der nie vollständig abgeschlossen ist. Die Arbeiten formulieren keine Antworten. Sie eröffnen einen Raum, in dem das Sichtbare und das Vorstellbare, das Bekannte und das Unbestimmte miteinander in Beziehung treten. So entsteht ein stiller Dialog zwischen Bild und Betrachter, in dem sich die Bedeutung nicht festsetzt, sondern immer wieder neu bildet.

Ausgestellte Werke

Accord (flora)
Accord (flora), 2026
Infinito
Infinito, 2025
Intuition 54
Intuition 54, 2020
Intuition 62
Intuition 62, 2022
Quelle
Quelle, 2022
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