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Reality Blue
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01.07. - 02.09.2022
Eröffnung am 30. Juni, um 19 Uhr in Anwesenheit des Künstlers

Blau ist Wasser, Himmel, Unendlichkeit oder nach Yves Klein „das sichtbar werdende Unsichtbare“. In den neuesten Arbeiten des Schweizer Künstlers Giacomo Santiago Rogado bricht die Distanz zwischen Farbe und ihrer Wahrnehmung auf. Das Intuitive rückt in den Vordergrund. Rogados dritte Einzelausstellung in der Galerie Bernhard Knaus Fine Art versammelt diese aktuellen Werke, die mit der Unmöglichkeit spielen, die Dinge so wahrzunehmen wie sie wirklich sind.

Man schließe die Augen und stelle sich einen Ozean vor. Mit großer Wahrscheinlichkeit herrscht in diesem Bild die Farbe Blau vor. Umgekehrt wird blau automatisch mit weitestgehend positiven Eigenschaften und Dingen wie Ruhe oder dem Meer verknüpft. Auch in den Gemälden von Giacomo Santiago Rogado spielt Blau oft eine zentrale Rolle, dabei vereint der Künstler die Tiefe der Farbe mit dem restlichen Farbspektrum in harmonischen Kompositionen. Diese Harmonie, ausgehend von der meditativen Arbeitsweise des Künstlers geht auf die Betrachter*innen über. Aus Farben werden auf der Leinwand Figuren, die mit dem Unterbewusstsein in Kontakt treten und auch dort meditative Vorgänge in Gang setzen.
In seinen neuesten Gemälden führt Rogado Entwicklungen weiter, die bereits in früheren Arbeiten anklangen. Der Künstler übergibt dabei den Akt der Malerei in Teilen an die Grundmaterialien seiner Werke: Baumwolle, Pigment und Wasser. Es entstehen kreisende Formen, Spuren von Farbbewegungen setzten sich ins Textil oder auf Papier. Die Arbeiten aus der Serie „Intuition“ zeigen ein Zusammenspiel aus Licht und Dunkelheit. Beide Komponenten scheinen aus ähnlichen Zentren zu entspringen, die sich jedoch nicht fest verorten lassen. Nuancen von Türkis bis Nachtblau, von Karmin- bis Bordeauxrot gehen Verbindungen ein und breiten sich immer weiter im Bildraum aus. Diesem Fluss aus Formen und Farben haftet etwas Mysteriöses an. Fast wirkt es so, als seien höhere Kräfte bei seinem Zustandekommen am Werk gewesen. Und so weit her ist dieser Gedanke auch gar nicht, denn Giacomo Santiago Rogados Arbeiten legen emotionale Kräfte in den Betrachter*innen frei, die eins werden mit den Bildern und folglich auch ein Stück weit mit dem Künstler selbst. „Der Maler bist du, der Maler bin ich.“ Diese Worte des Zen-Mönchs Seigaku Higuchi könnten nicht treffender die Wirkung von Rogados Malereien beschreiben, die intuitiv-expressiven Bindungen zwischen dem betrachtenden Auge, dem Bild und seinem Maler.

Affektiv, meditativ, kontemplativ – so lässt sich die Begegnung mit einem Gemälde von Giacomo Santiago Rogado beschreiben. Welche Emotionen durch den Blick auf seine Arbeiten ausgelöst werden, das hält der Künstler den Betrachter*innen seiner Werke offen. Im Wort „Betrachtung“ ist nicht ohne Grund „Achtung“ enthalten. Wenn man einer Sache (Be-) Achtung schenkt, dann findet stets ein wechselseitiger Austausch statt, bei dem man seine Umwelt, aber auch sich selbst, besser kennenlernen kann. In aktuellen Zeiten, in denen der Begriff der Achtsamkeit medial überstrapaziert scheint, aber dennoch seine Anziehungskraft im Kontrast zur alltäglichen Übersättigung durch unterschiedlichste Eindrücke besitzt, ist es wichtiger denn je, zu reflektieren, wo eben jene Achtung oder Beachtung hinfließt. Versteht man vor diesem Hintergrund beispielsweise Rogados Werk „Thrust“ als eine Aufforderung zur Besinnung und folgt man dieser, dann erhält man neue Eindrücke der eigenen und einer gemeinsamen Realität, dann rückt Unsichtbares womöglich ins Sichtfeld.

Giacomo Santiago Rogado (*1979 in Luzern) lebt und arbeitet in Berlin, Luzern und Basel. Seine Werke waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, unter anderem in Zürich, Berlin, Barcelona und London, zu sehen. Rogados Werke sind in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, wie jener des Aargauer Kunsthauses Aarau oder den Sammlungen des Kunstmuseums St. Gallen und des Kunstmuseums Solothurn. Die raumgreifenden Installationen des Künstlers waren zuletzt in der Städtischen Galerie Delmenhorst und in der Kunsthalle Luzern ausgestellt.
Trailer: Reality Blue
Trailer: Reality Blue , 04.08.2022

Ausgestellte Werke

Intuition (Gravity) 1
Intuition (Gravity) 1, 2022
Intuition (Gravity) 2
Intuition (Gravity) 2, 2022
Intuition (Gravity) 3
Intuition (Gravity) 3, 2022
Intuition 65
Intuition 65, 2022
Quelle
Quelle, 2022
Spectrum 1
Spectrum 1, 2022
Spectrum 2
Spectrum 2, 2022
Spectrum 3
Spectrum 3, 2022
Obscure
Obscure, 2022
Sprinkle
Sprinkle, 2022
Thrust
Thrust, 2022
Intuition 64
Intuition 64, 2022
Intuition 63
Intuition 63, 2022
Fluid 1
Fluid 1, 2022
Fluid 2
Fluid 2, 2022
Fluid 3
Fluid 3, 2022
Dive
Dive, 2022
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