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Magnetite
Magnetite
12.05. - 20.06.2026
Eröffnung: Dienstag, 12. Mai 2026, 18:00 - 21:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 13. Mai – 20. Juni 2026

In diesem Kapitel von Katja Davars Werk – ihrer zweiten Einzelausstellung in der Galerie Bernhard Knaus Fine Art – richtet die Künstlerin ihren Fokus auf die Navigationsfähigkeiten von Vögeln und die Routen, denen sie während ihrer jährlichen Migrationen folgen. „Magnetite“, der Titel der Ausstellung, verweist auf ein natürlich vorkommendes Mineral, das für seine magnetischen Eigenschaften bekannt ist.

Neuere Forschungen legen nahe, dass sich Zugvögel über feine materielle Sensibilitäten orientieren. Magnetit in ihren Schnäbeln, Spuren von Kupfer in ihren Gehirnen sowie Cryptochrome in ihren Augen ermöglichen es den Zugvögeln, das Erdmagnetfeld in visuelle Muster zu übersetzen. Auf diese Weise wird ihre Bewegung von einer ansonsten unsichtbaren Geometrie geleitet.

In fünf neuen Globus-Arbeiten nimmt Davar Bezug auf Feuchtgebiete und Überschwemmungslandschaften, die als zentrale Rast- und Zwischenstationen für Zugvögel dienen. Diese Lebensräume bieten essenzielle Orte, an denen Vögel während ihrer langen Reisen ruhen und Energiereserven aufbauen können. Reich an Nahrung und Schutz fungieren sie als entscheidende Knotenpunkte entlang bedeutender Zugrouten, die Davar ebenfalls in ihren Arbeiten darstellt.

Übergroße Pflanzenformen bevölkern diese Landschaften und evozieren Beeren und florale Strukturen. Zugvögel übernehmen dabei eine zentrale ökologische Rolle: Sie verbreiten Samen, bestäuben Pflanzen und tragen zur Aufrechterhaltung der Biodiversität bei. In diesem Sinne lassen sie sich als Gärtner, Hüter und Erzähler innerhalb eines fragilen Ökosystems verstehen. Davar greift zudem das Phänomen der „Murmuration“ auf – im Deutschen als Schwarmflug bekannt –, ein kollektives Flugverhalten, bei dem Vögel sich in koordinierten Formationen ohne zentrale Führung bewegen. Jeder Vogel reagiert auf wenige unmittelbare Nachbarn, wodurch komplexe, dynamische Muster entstehen, die ein geteiltes Navigationswissen suggerieren. Diese Idee korrespondiert mit ihren Verweisen auf die multiplen magnetischen Pole der Erde.

Davars künstlerische Praxis untersucht unsichtbare Netzwerke – biologische, technologische und soziale – als leise Strukturen, die menschliches wie nicht-menschliches Leben organisieren und miteinander verbinden. Der unsichtbare Kompass der Vögel deutet Bewegung als einen Prozess der Aushandlung statt als linearen Fortschritt. Ihre Gleichgültigkeit gegenüber menschengemachten politischen Grenzen prägt zudem Davars Denken, stellt die Relevanz von Nationalstaaten infrage und verweist auf fluidere, stärker vernetzte Weisen, die Welt zu begreifen.

Ausgestellte Werke

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