Ralf Peters



Für die Serie „Tankstellen“ (1998) ist Peters durch Deutschland gefahren und hat auf seinen Rastpausen jene Orte des temporären Verweilens fotografiert. Als Refugien für Reisende verdichten sie sich außerhalb des Stadtlebens zu einem Geflecht aus Marken und bilden autonome soziale Inseln am Rande der Gesellschaft und ihrer Stadtgrenzen.
In krudem, buntem Neon Licht und in kühl weißer, uniformer Architektur hat Peters seine Tankstellen dramatisch durch die Kontrastierung zum pechschwarzen Hintergrund inszeniert. Aufgrund der bewussten Eliminierung der Logos und Firmenschriften erfahren sie eine auratische Aufladung und wirken zeitlos. Sie sind simpel, praktisch und nahezu im Modell vorgefertigt: Eine Konsumware, derer sich der Betrachter schwerlich entziehen kann. Damit weist Peters auf die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und fossiler Brennstoffe zur Kapitalgewinnung der globalen Konzerne hin und verdeutlicht, dass der Kapitalismus und seine Marken auch ohne Logos sich in die Netzhaut des Betrachters gebrannt haben. Motivische und farbliche Vorreiter findet Peters in der Kunstgeschichte wie etwa in der amerikanischen Moderne. Zeitgleich unterstreicht er die Entfremdung und den Verlust von Identität als Symptome der Konsumgesellschaft.