Ralf Peters



In der Werkgruppe “Horizontals” konfiguriert Peters eine Momentaufnahme, dessen Authentizität er zur Disposition stellt. Die Momentaufnahme von fahrenden Transportschiffen, einer Gruppe Paraglidern, die über einer Canyon-Landschaft schwebt oder die Bewegungen von Menschen in bunten Regencapes wirken wie eingefroren.
Die Horizontallinie ist tief an den unteren Bildrand gesetzt. Durch die dominierende Fläche, die der Himmel einnimmt, öffnet Peters das Bild nach oben und bis zu den Bildrändern. Dadurch erzeugt er einen Eindruck von Bewegung, der den Blick der Betrachtenden in die entsprechenden Richtungen lenkt. Die Serie macht deutlich, dass Peters sich der Fotografie konzeptionell widmet: Er studiert und dokumentiert seine Umgebung und setzt einzelne Elemente anschließend zusammen. Die Werkgruppe bildet ein weiteres charakteristisches Exempel für Peters konzeptionelle Fotografie, welche er als eine Erweiterung der Bildhauerei versteht. Die Arrangements der “Horizontals” Serie in weitem Panorama Format wirken irritierend, stellt sich doch die Frage für den Betrachtenden nach dem Verhältnis von realer Aufnahme oder Fotomontage. In “Japanische Kirschen” (2014) setzt der Künstler in einer durchdachten Nachbearbeitung zahlreiche in Regencapes gekleidete Menschen, die er in einem japanischen Garten während seiner Japanreise fotografiert hat, zusammen. Auch die Arbeit “Schiffe” (2017) ist in einem Zeitraum von mehreren Wochen entstanden. Peters hat unterschiedliche Frachter von der gleichen Stelle fotografiert und anschließend am Computer in ein Bild zusammengefügt. Damit bedient sich der Künstler einer Bildästhetik der fein geschliffenen perfektionierten Massenmedien, die den Seh-Horizont prägen und formuliert eine indirekte Kritik durch die Irritation des Sehens.