Ralf Peters



Die Frage nach Realismus und seiner Darstellung ist untrennbar mit der Geschichte der Fotografie verbunden. Dass das digitale Medium eine makellose Rekonstruktion und Veränderung der Wirklichkeit erlaubt, verschärft die Frage nach Authentizität. Ralf Peters verwendet die Technik der digitalen Bildverarbeitung, um gesellschaftliche Repräsentationen zu hinterfragen. In der Werkgruppe „Keen Insight“ (2016-2018) greift Peters das traditionelle künstlerische Genre der Landschaftsdarstellungen auf und parodiert den Nachahmungswillen des Künstlers. In seinem Schaffensprozess kombiniert er diverse fotografierte Motive und setzt sie am Rechner zusammen. Die so zusammengesetzten Landschaften sehen täuschend echt aus. Das makellose Arrangement aus Blumen, Gebirge, und mit Schnee bedeckten Bergen, weitläufigen Seen oder Wiesenlandschaften üben einen starken Reiz auf die Betrachtenden aus und verweisen zB aufgrund einer detailliert sichtbaren und hochauflösenden Gruppe an Insekten auf eine künstliche und geschönte Natur. So geht es ihm nicht um die nackte Abbildung des Realen, sondern um die Kreation einer Hyperrealität, welche zu einer kitschigen Kulisse wird.