Ralf Peters



Bei der Serie “Winter” (2016-2018) handelt es sich um zweiundzwanzig fotografische Nachtaufnahmen unterschiedlicher Bäume, die während der Belichtungszeit zusätzlich mit einer starken Taschenlampe von jeder Seite beleuchtet wurden. Sie wirken wie von einem farbig strahlenden Schweif umgeben und heben sich somit von der pechschwarzen Dunkelheit der Nacht ab. Durch diesen Kontrast tritt die Plastizität der Bäume in besonderem Maße hervor: Markante Details der Baumrinde, auf dem Baumstamm und auf den feinen Ästen unterstreichen die Einzigartigkeit jedes Motivs. So ist das Laub teilweise noch nicht vollständig abgefallen und strahlendes Gold und Grün des Laubes bilden warme Farbakzente, die zur kontemplativen und melancholischen Atmosphäre der Werkgruppe beitragen.
Angelehnt an die Hell-Dunkel-Malerei der Spätrenaissance, strebt Peters mit den Mitteln der Fotografie danach, die Magie der Nacht einzufangen. Darüber hinaus weist der Künstler auf die alltägliche Seherfahrung hin: die Unfähigkeit des Auges die Nacht in ihrer Vielfalt wahrzunehmen.