Flo Maak



COMPLETELY AUTOMATED PUBLIC TURING TEST TO TELL COMPUTERS AND HUMANS APART.

Unsere Wahrnehmung von Realität hat sich durch die allgegenwärtige Präsenz von Computern und Smartphones entscheidend verändert. Nicht mehr die unmittelbare Anwesenheit einer Person scheint unsere Beziehungen zu definieren, sondern deren vermittelte Präsenz in Bildern auf Bildschirmen. Allerdings ist diese Präsenz eine prekäre, weil wir uns gegenüber dem Gerät immer in Beweisnot befinden, wirklich der autorisierte Benutzer zu sein.
Automatische Authentifizierungsprozesse gehören denn auch zu unserem täglichen Glück. Sie schieben sich ständig zwischen uns und die unabdingbar gewordene digitale Welt.

Diese Serie von Portraits (2015) zeigt vor monochromen Farbverläufen stehende Personen, welche sich von uns abgewandt haben. Sie haben ihre Augen geschlossen oder starren in ein unbestimmtes Außen. Die Bilder werden im heute bei Handy- und Fernsehbildschirmen dominierenden, 16:9-Bildformat präsentiert, was uns vor allem beim Querformat sofort ins Auge sticht.

Auf das Glas der Rahmen sind Texte und graphische Elemente graviert, die Onlineabfragen entnommen wurden, die zur Verifizierung von Nutzern eingesetzt werden. "What is the first name of the first person you kissed?" oder "What was your childhood hero?" Es handelt sich dabei um gut erinnerbare Fragen, auf die jedoch nur der tatsächliche Nutzer des Profils die Antwort kennen sollte. In Maaks Arbeiten machen solche Fragen und damit verbundene Buttons, Eingabefelder und Grafiken das Glas als transparente Ebene zwischen Bild und Betrachter/in sichtbar. Schatten der eingeritzten Zeichen auf den dahinterliegenden Fotografien verstärken den Eindruck der Vermitteltheit. Optisch drängen sie die Fotografie als reales Objekt im Raum zurück, wodurch der durch die Farbverläufe wenig bestimmte Raum noch unbestimmter wird und die Personen, die uns meist den Rücken zuwenden, noch abwesender erscheinen.