Ralf Peters



In „Yangmei“ (2017) hat Ralf Peters die Früchte eines in China und Ostasien, aber auch dem Mittelmeerraum verbreiteten Erdbeerbaumes, dramatisch in Szene gesetzt: Die Früchte, knackig rund und mit ihrer nahezu artifiziell übersaturierten purpurroten Farbe, werden vor dem Milch-weißen Hintergrund exponiert, in dessen formlose Flächen die grünen Blätter der Äste sich verflüchtigen. So betreiben die digitalen Stillleben einen Oberflächen-Fetisch: Die Oberflächendetails des Fruchtfleisches sind hochgradig scharf und erzeugen einen Sog, der die volle Aufmerksamkeit der Betrachter auf sich zieht und zu einer betörenden Auseinandersetzung mit den Bildmotiven ködert.
Peters Bildästhetik, die eine konstruierte Realität erschafft, ruft Irritationen des Blickes hervor: Betrachter*innen wissen nicht zwischen inszenierter Makellosigkeit oder dokumentarischer Fotografie zu unterscheiden.