Winter, Keen Insight

31.03.2017 - 27.05.2017


Ralf Peters wurde 1960 in Lüneburg geboren, studierte Kunst an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig, der Ecole des Beaux Arts in Nîmes und an der Akademie der Bildenden Künste in München. Heute lebt und arbeitet der Photograph bei Hamburg.

Schwerpunkt dieser Ausstellung bildet die neue Serie WINTER sowie drei neue Werke aus der Serie KEEN INSIGHT sowie drei neue Einzelarbeiten.

In den grossformatigen Landschaftsbildern dies Serie spielt der Künstler mit unserer Seherfahrung. Erstmals wird jedes Detail des Bildes gleichrangig und gleichwertig behandelt. Es findet keine Differenzierung und auch keine Fokussierung zwischen den Ebenen im Bild statt. Das kleinste Härchen einer Mohnblumenknospe, von welchem der Tau tropft, zeigt sich in der gleichen Auflösung wie der weit entfernte, riesige Baum. Diese innovative Darstellungsweise wirkt befremdlich und transzendental, doch verdeutlicht sie dem bei diesem Anblick beinahe ohnmächtigen Betrachter eines: Jedes Detail ist gleichrangig. Diese Botschaft des Künstlers bezieht sich nun nicht auf die Natur, sondern soll analog auf unsere Zeit oder auch auf die politischen Strukturen übertragen werden, denn auch hier steht der Betrachter vor einer riesigen Menge an Informationen, Institutionen und Problemen, viele Details, die er wie gelähmt mit ansehen muss. Das fatale dabei ist, dass die Strukturen immer wieder die gleichen sind und das unabhängig davon, ob es die kleine Mohnblume oder der riesige Baum ist. Ob in den Stadträten oder im Bundestag: Die politischen Krisen werden überall mit den selben Mechanismen bearbeitet und so findet, wie auch im Bild, keine Differenzierung statt. Sie findet nicht statt, weil es keinen Unterschied macht, wo etwas passiert - alles ist gleichrangig.  

Im Gegensatz dazu stehen die ebenfalls ausgestellten Arbeiten Ralf Peters mit den Titeln Balloon, Kite und Prince. Hier zeigen sich Arbeiten am Rande des Kitsch. Traumwelten, Phantasiegebilde und Ideallandschaften in den schillerndsten Farben. Das Bild wird hier anders gewichtet, denn der Künstler präsentiert uns Scheinwelten, in welchen man sich nur zu gern verlieren würde statt sich mit der harten Realität auseinanderzusetzen.

Die Serie Night / Colours hingegen ist eine Serie, in welcher bereits in die Realität statt später in das aufgenommene Bild eingegriffen wird. Während der Belichtungszeit der Kamera leuchtet der Künstler das Sujet mit einem Scheinwerfer aus. Dieses scheint dadurch beinahe zu leuchten, wogegen sich der Rest des Bildes in den Schleier der tiefschwarzen Nacht hüllt und das Werk einen malerischen Aspekt bekommt.

Artikel bei WSI Mag:
https://wsimag.com/art/26133-ralf-peters